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Schreiben mit Claude: Ein Kurztrip durch die wichtigsten Funktionen

  • Autorenbild: Hilge Kohler
    Hilge Kohler
  • vor 1 Tag
  • 5 Min. Lesezeit

Es ist nur der Name. Aber "Claude" klingt schöner als "ChatGPT". Oder?

Egal. Auch sonst gefällt mir das Sprachmodell von Anthropic. Für Textarbeiten ist es mein bevorzugtes Modell. Warum das so ist, wie ich mit Claude arbeite und welche Features ich besonders mag: Darum geht es hier.



Warum ich gern mit Claude schreibe


In meinem LinkedIn Newsletter "Klartext" habe ich gezeigt, wie sich Claude als Schreib-Tool von ChatGPT unterscheidet. Ich gab einen einfachen Prompt in Claude und ChatGPT ein und bat beide, einen Text über ein Thema zu schreiben. Ich machte bewusst keine weiteren Vorgaben, weder Format noch Stil. Ich wollte sehen, was die Sprachmodelle von sich aus erzeugen. Das Ergebnis:


Screenshot: ChatGPT schreibt mit Emojis und viel Struktur
ChatGPT schreibt mit viel Struktur und Emojis
Screenshot: Claude schreibt im natürlichen Lesefluss
Claude schreibt im natürlichen Lesefluss














Dass die Zusammenarbeit mit Claude sich natürlicher anmutet, höre ich auch in meinen Schreibcoachings. Regelmäßig sind Coachees begeistert, wenn sie zum ersten Mal mit Claude arbeiten. 


Trotzdem passt Claude nicht zu jedem und allem. Die Wahl des Sprachmodells hängt davon ab, was ich erreichen will und wie. Das Beste ist, die verschiedenen Sprachmodelle für die eigene Arbeit auszuprobieren.


Mit diesem Blogpost könnt ihr genau das tun: Ihr könnt herausfinden, ob Claude auch für euch geeignet ist. In einem kurzen Trip geht es durch die wesentlichen Features des Modells. Am Ende erwartet euch eine kleine Übung, in der ihr die Arbeit mit Claude direkt ausprobieren könnt. 



Die Reise: Vier Etappen durch das Schreiben mit Claude


Unsere Reise führt zu vier Punkten, an denen ihr das Schreiben mit Claude ausprobieren könnt. Wir schauen uns das Prompten an; dann stoppen wir bei Artefakten, weiter geht’s zu Projekten; und am Ende landen wir beim Feedback.



Etappe 1: Lerne, Claude zu prompten


Im Prinzip funktionieren Prompts in Claude genauso wie in ChatGPT. Trotzdem gibt es einige Unterschiede. Der wichtigste:


Claude braucht weniger Struktur und weniger Formatvorgaben, um ein zuverlässiges Ergebnis zu erzeugen. Natürliche Sprache funktioniert in Claude meist besser als in ChatGPT.


Die Grundregel: In Claude starten wir mit einem einfachen Prompt und arbeiten dann im Dialog direkt an unserem Thema. 

Der Dialog funktioniert mit Claude aus zwei Gründen besonders gut : 

  • Im Chatverlauf behält das Modell sein Wissen recht stabil. Das ist wesentlich, damit ein Chat über längere Zeit funktioniert. 

  • Im Dialog nutzen wir natürliche Sprache und formulieren oft spontan. Je besser das Modell natürliche Sprache verarbeiten kann, desto leichter kann der Dialog fließen.


Mit Claude lässt es sich sprechen wie mit einem menschlichen Praktikanten. Fachleute nennen das übrigens Vibe Prompting.


Merke: Vibe Prompting bedeutet, KI durch natürliche, dialogorientierte Sprache statt durch komplexe Formeln zu steuern.



Zweite Etappe: Nutze Artefakte für wiederkehrende Aufgabe


Artefakte sind eine Besonderheit von Claude. Längere Textdokumente werden in einem separaten Fenster geöffnet und lassen sich von dort aus kopieren oder herunterladen. 




Artefakte ähneln in der Funktion dem Canvas bei ChatGPT, aber können eine Sache mehr: Sie lassen sich aufbewahren. Einmal erstellte Artefakte werden gespeichert, so dass ich sie später aufrufen und wieder verwenden kann. Das ist praktisch zum Beispiel für Textvorlagen oder Stilbriefings. 




Was Artefakte noch alles können, überspringe ich an dieser Stelle. Aber wenn ihr Lust habt, probiert euch aus. Interaktive Lernkarten erstellen, die Tonalität von Texten in visuellen Moodboards, Webseiten-Dummies: All das lässt sich in Artefakten bauen. Als die Funktion neu herauskam, habe ich über meine Erfahrung mit Artefakten geschrieben



Etappe 3: Lege Projekte für Stil und Personas an


Projekte kennen wir von ChatGPT, bei Gemini heißen sie Gems. Falls ihr noch nicht mit Projekten gearbeitet habt oder sie bislang nur zum Sortieren von Chats nutzt: Sie sind die kleine, alltagstaugliche Variante von Custom GPTs, mit dem Unterschied, dass man sie nicht teilen kann. 


Ein Projekt ist in Claude schnell angelegt: 

  1. Klicke auf „Projekte“ im linken Menü und klicke auf “Neues Projekt“.

  2. Gib dem Projekt einen Namen und eine Beschreibung.

  3. Lege in den Anweisungen fest, wie das Projekt sich verhalten soll. Das ist der Systemprompt.

  4. Lade Dokumente in die Wissensbasis hoch. 


Ich nutze Projekte für ganz unterschiedliche Aufgaben. Ich habe Testleserinnen oder kritische Journalisten, die Feedback auf Texte geben. Ich habe ein Korrektorat, einen Buchagenten und einige Co-Autoren. In anderen Projekten plane ich Seminare oder Rede-Auftritte. 


Beim Schreiben brauchen wir vor allem Stil-Projekte. In die Anweisungen kommt das Stilbriefing, in die Wissensbasis Beispieltexte. In einem anderen Blogpost habe ich gezeigt, wie wir Stilbriefings erstellen und nutzen können.


Die Arbeit mit Projekten funktioniert in Claude zuverlässig. Für mich ist sie eine wesentliche Erleichterung, die wir im Alltag viel zu wenig verwenden. Deshalb: Probiert es aus. Legt ein Projekt an und findet heraus, wie ihr es am besten nutzt. Und wenn ihr Fragen zu Projekten habt: Schreibt mir!



Letzte Etappe: Feedback


Am Schluss gibt’s Feedback. Nicht nur beim Schreiben, sondern auch auf unserem Kurztrip durch das Schreiben mit Claude. 


Feedback auf Texte von Sprachmodellen zu bekommen ist wertvoll, aber in der Praxis oft mühsam. Sprachmodelle loben standardmäßig, wurden schon als “Schleimer” bezeichnet und spiegeln systematisch das, wonach wir fragen. Frage ich nach Feedback, bekomme ich Lob - frage ich nach Kritik, bekomme ich Kritik.


Claude macht das anders. Wenn ich ohne Spezifizierung, ohne genauere Vorgaben um Feedback auf einen Text bitte, bekomme ich differenziertes Feedback. Positives und Negatives, Stärken und Schwächen. Manchmal auch mehr Schwächen als Stärken. 


Ansonsten gilt für Claude das gleiche wie für andere Modelle: Es lohnt sich, Feedback über Rollen einzuholen und mit dem fiktiven Charakter oder seiner Rolle zu diskutieren. Da kann Claude seine Stärken ausspielen: Rollenzuweisungen funktionieren besonders gut und wir bekommen schnell ein brauchbares Ergebnis. Alles, was wir machen müssen: die Rolle sauber charakterisieren.


In einem früheren Blogpost habe ich gezeigt, wie ich Claude für Feedback beim Schreiben nutze.



Die Übungsaufgabe für euch


Mit der folgenden Übung könnt ihr direkt mit Claude arbeiten. Ich habe eine Aufgabe gewählt, in der ihr einen Dialog führen könnt - und zwar soll Claude euch keine Antworten geben, sondern Fragen stellen. Das ist oft besonders effektiv, um das Verhalten des Sprachmodells zu erleben. 


Habt ihr ein Thema, über das ihr schon lange schreiben wollt? Super, dann nehmt es. Andernfalls gebe ich euch zwei Themenvorschläge. 

  • Beantworte die Frage: "Sollte man wichtige E-Mails vor dem Absenden immer zweimal schreiben?"

  • Bereite einen LinkedIn Post vor über das Thema: "Warum gute Meetings mit einer Frage starten und nicht mit einer Agenda."


Mit dem folgenden Prompt könnt ihr den Dialog mit Claude starten. Setzt euer Thema ein und legt los. Das Modell stellt euch Fragen, solange ihr wollt. Wenn ihr genug habt, sagt, was Claude für euch tun soll. Vielleicht Vorschläge für Inhalte entwickeln, einen Text strukturieren oder gleich schreiben. 


Hier ist der Prompt:


Ich möchte einen Text schreiben über [Thema]. Ich bin noch nicht sicher, was ich dazu wirklich denke. Stell mir eine Frage, die mir hilft, meine Haltung dazu zu finden. Warte auf meine Antwort und stell dann die nächste Frage – so lange, bis ich dir sage, wie es weitergehen soll.


Und jetzt: Ausprobieren! Wählt ein Thema und erkundet, wie ihr die Zusammenarbeit mit Claude findet. Wenn ihr fertig seid, teilt eure Erfahrungen.


Ich bin gespannt zu hören: 

👉 Wie lief euer Gespräch mit Claude? 

👉 Was war besonders stark? Was überraschend? Wo hat es gehakt? 

👉 Welche Unterschiede zu ChatGPT habt ihr wahrgenommen?



5. Fazit und Call-to-Action


Dieser Blogpost ist nur ein erster Überblick über all das, was mit Claude beim Schreiben geht. Wenn ihr Lust auf mehr habt, geht's hier weiter:


"Klare Worte" per E-Mail: In meinem Newsletter findet ihr Links zu Artikeln von mir und anderen rund ums Schreiben und Arbeiten mit KI. Es geht um Tipps, Tests, Termine, um Inspiration und mehr.


"Klartext über das Schreiben mit KI" auf LinkedIn: In meinem LinkedIn Newsletter schreibe ich jeden Monat über ein Thema. Ein Blick hinter die Kulissen, ein Trendthema oder ein Praxistipp.


Schreibcoaching mit Claude: Wenn ihr eure Claude-Skills trainieren wollt, seid ihr hier richtig. Alles zu meinen Workshops und Coachings findet ihr auf dieser Seite.


Und wenn noch immer etwas fehlt: Schreibt mich an!


Jetzt erstmal viel Erfolg auf eurer Reise mit Claude.


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