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Aus NotebookLM wird Gemini Notebook: Eine Anleitung mit Anwendungsfällen

Autorenbild: Hilge Kohler
Hilge Kohler
vor 5 Stunden
12 Min. Lesezeit

Eigentlich wollte ich meinen Artikel über NotebookLM aktualisieren. Aber dann ist es doch ein neuer Artikel geworden. Zu viel hat sich getan. 


NotebookLM heißt jetzt Gemini Notebook, aber seine Grundfunktion ist gleich: Gemini Notebook von Google ist ein KI-Tool für die Recherche und Analyse in Quellen, die ich selbst hochlade. In der letzten Zeit sind lauter neue Funktionen und Erweiterungen hinzugekommen. Auch der Einsatz ist breiter geworden. Eine eigene Bibliothek im Tool zeigt öffentliche Notebooks, die reichlich Inspiration bieten. 


Dieser Artikel liefert einen Überblick und eine Anleitung für die Arbeit mit Gemini Notebook. Ich erkläre, wie man Notebooks anlegt und gehe ich durch die wesentlichen Funktionen im Tool. Dann zeige ich drei konkrete Anwendungsfälle aus meiner Arbeit.


Damit sich das Ganze gleich ausprobieren lässt, habe ich ein Notebook zu Demozwecken angelegt. Über diesen Link gelangt ihr direkt zu meinem Demo-Notebook. Dort habe ich meinen Artikel hochgeladen und einige Medien erstellt. Ihr findet darin einen kurzen Podcast, eine Infografik, eine Mindmap und ein Quiz.


Hinweis: Das Tool heißt „Gemini Notebook“, und in dem Tool legt man einzelne „Notebooks“ an. Ich nenne das Tool oft kurz „Notebook“ und hoffe, das verwirrt nicht. Aus dem Kontext sollte immer klar sein, ob ich das Tool Notebook meine oder ein einzelnes Notebook im Tool.



So arbeite ich mit Gemini Notebook


Notebook ist vor allem für Recherchen, Analysen und inhaltliche Arbeiten geeignet, die einen geschlossenen Raum benötigen. Die Grundidee: Lade Dokumente hoch und arbeite an ihnen. Für diese Arbeit stehen Funktionalitäten bereit, von einer Mind-Map über einfache Dialoge im Chat bis zu Infografiken oder einem Podcast über die Inhalte. 


Alles, was man braucht, ist ein Google-Konto. Dann lässt sich Gemini Notebook kostenlos nutzen. In der kostenlosen Variante kann man bis zu 100 Notebooks anlegen. In der einfachen Pro-Variante kann ich schon bis zu 500 Notebooks anlegen. Da habe ich noch Luft.


Anleitung für die ersten Schritte mit Gemini Notebook


Kurz die Basics: Wer ein Google-Konto hat, kann Gemini Notebook direkt aufrufen. Ich lege ein neues Notebook an, gebe ihm einen Namen und lade Quellen hoch. 


Die Quellen kann ich im Web suchen. Ich kann auch eigene Quellen hochladen (unter Beachtung des Urheberrechts). Das können Texte sein, Audiofiles, Videos (bislang nur über Youtube-URL) – ganz unterschiedliche Quellen. 


Wenn eine Quelle nicht lesbar sein sollte, erscheint ein rotes Ausrufezeichen neben der Quelle. Oft steht der Text dann hinter einer Paywall, ein Dokument ist zugriffsbeschränkt oder ein Video ist technisch nicht lesbar. Bei Videos liest das Modell nur das Transkript aus und nicht das eigentliche Video, deshalb lohnt es sich zu prüfen, welche Inhalte aus dem Video wirklich verwendet werden.  


Dann kann ich im Notebook mit diesen Quellen arbeiten. Das Tool hat eine Chat-Funktion, die auf Gemini basiert. Sie funktioniert im Prinzip wie der Chat in Gemini, bietet aber keine Zusatzfunktionen wie Bilder, Canvas, Deep Research etc.


Im Chat arbeiten


Meist benutze ich einfach den Chat. Ich stelle inhaltliche Fragen, steige in ein Thema tiefer ein oder recherchiere in der Literatur. 


Sehr hilfreich finde ich die direkten Quellenangaben. Wenn das Modell eine inhaltliche Frage beantwortet, verweist es auf die Stelle im Originaltext, auf die es sich bezieht. So kann ich die Aussagen unmittelbar nachprüfen oder bei Bedarf direkt in den Originaltext einsteigen.

Screenshot: So lassen sich Quellen ins Notebook einfügen
Quellen lassen sich im Internet suchen oder aus dem eigenen Fundus hochladen

Wichtig, und das ist für viele Anwendungen das entscheidende Plus: Notebook arbeitet vorrangig in den Quellen, die ich hochlade. Wenn ich zum Beispiel frage, wo in der Quelle etwas zum Thema XY steht, werden alle Quellen durchsucht. Erst wenn in keiner der Quellen etwas dazu steht, sucht das Tool im Web. Das heißt, Notebook ist für mich immer dann nützlich, wenn ich explizit an einem bestimmten Thema und bei diesem Thema an bestimmten Quellen arbeiten will.


Allerdings: Anders als früher arbeitet Gemini Notebook eben nicht ausschließlich mit den eigenen Quellen. Es ist also Vorsicht geboten, wenn ich mich auf faktische Aussagen im Chat berufen will. Wie so oft hilft es, sich im Thema auszukennen und nicht blind auf das Tool zu vertrauen. 


Praktisches Detail: Ich muss nicht immer mit allen Quellen arbeiten. Wenn ich für eine bestimmte Anfrage nur einzelne Quellen berücksichtigen will, entferne ich die Häkchen hinter den andern Quellen. Diese Funktion ist übrigens auch wichtig, wenn ich in Notebook Medien zu bestimmten Themen erstellen will (siehe Anwendungsfall 2). 


Notizen


Notizen sind für mich eine Brücke vom Chat hin zur weiterführenden Arbeit. 

Wenn ich mit dem Modell über ein Thema chatte und eine bestimmte Aussage speichern möchte, lege ich sie als Notiz an. Die Notiz erscheint dann in einem Fenster rechts. 


Sie bleibt bestehen, auch wenn ich den Chat lösche. Notizen funktionieren für mich wie große Post-Its. Ich merke mir Stichworte oder Inhalte, die ich später weiter verwenden will. Zum Beispiel für eine Präsentation oder eine Text. Oder einfach, um diesen Gedanken nicht zu verlieren.



Das Studio


Im Studio finden sich viele Funktionen, die man nutzen kann oder auch nicht. Aus meiner Sicht decken diese Funktionen vor allem unsere unterschiedlichen Präferenzen ab, wenn es ums Lernen geht. Die eine nimmt Inhalte am besten über das Lesen auf, der andere stärker über das Hören und die nächste visuell. 



Im Studio kann ich Medien erstellen, die den Inhalt der Dokumente im Notebook aufbereiten - als Text, Bild, Ton oder Video. Ich kann diese Medien personalisieren und inhaltlich auf bestimmte Themen eingrenzen. Das kann helfen, mich in ein Thema einzuarbeiten.


Meine Empfehlung: Jede Funktion einmal ausprobieren und herausfinden, was hiervon bei der eigenen Arbeit helfen kann. Beim nächsten Notebook auch mal eine andere Funktion im Studio nutzen. Jede Funktion kann ihren eigenen Nutzen je nach Anwendung haben, und es liegt an uns selbst, das herauszufinden. 


Hier gehe ich auf den Podcast und die Infografik ein. Das sind die Funktionen, die in der Öffentlichkeit am meisten wahrgenommen wurden. 


Podcast


Seit September 2024 lassen sich in Notebook Podcasts erstellen. Anfangs hat das für Wirbel gesorgt, und scheinbar alle wollten eine Podcast auf Knopfdruck erzeugen und öffentlich teilen. Naja, der Hype hat sich irgendwann gelegt. Den Podcast gibt es noch immer. Er hat so viele Funktionen hinzubekommen, dass sich heute sehr individuelle Podcasts erzeugen lassen. 


Ich nutze die Podcast-Funktion selten, weil ich generell selten mit Podcasts arbeite. Wenn, dann nutze ich ihn, um mir einen Überblick über ein Thema zu verschaffen. Zum Beispiel, indem ich mir eine Zusammenfassung erstellen lasse und diese unterwegs höre.


Im Rahmen von Seminaren nutze ich bisweilen den Podcast, um Studierenden einen Überblick über einen Inhalt zu geben, der nicht Teil des Lernstoffs ist. Ein Beispiel gebe ich weiter unten. 


Wenn ich Podcasts teile, sage ich immer dazu, dass dieser Podcast KI-generiert ist. Ich weiß, dass viele Menschen keine KI-generierten Stimmen mögen. Allerdings höre ich oft, dass ein Notebook-Podcast nicht KI-generiert klingt. Umso wichtiger, es dazu zu sagen.


Infografik


Die Infografik kam im Herbst 2025 dazu. Prompt wurden auf LinkedIn munter Info-Poster und Grafiken geteilt. Sie hatten alle einen ähnlichen Stil, waren nicht immer korrekt und vor allem inhaltlich überfrachtet. Nicht nur ich wurde ziemlich schnell müde, sie zu sehen.

Screenshot: Fenster, in dem man eine Infografik erstellen kann
Infografiken lassen sich personalisieren

Auch dieser Trend hat sich zum Glück gelegt. Die Infografiken gibt es aber noch immer, und sie lassen sich heute viel stärker personalisieren.


Wenn ich Infografiken benutze, finde ich oft interessant, was das Modell inhaltlich aus den Texten zieht und in der Grafik verwendet. In der Praxis sind sie für mich vor allem Illustration, selten Erkenntnisgewinn.



Praktische Anwendungsfälle


Jetzt zur Frage: Was kann man mit Notebook machen? Die Antwort: Alles, was euch einfällt und in euren Workflow passt. Für mich gibt es vier grundsätzliche Fragen, die entscheiden, ob ein Notebook für mein Vorhaben geeignet sein kann.  


Erstens: Will ich nur in bestimmten Quellen arbeiten und den Rest des Netzes ausblenden?

Wenn es mir vor allem um bestimmte Quellen geht, ist Notebook das Tool der Wahl. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn ich an einem Buch arbeite (dazu komme ich später) oder zu einem bestimmten Thema recherchiere.


Zweitens: Will ich eine Wissensbasis über ein Thema aufbauen, an dem ich über die nächsten Wochen arbeiten werde? 

Wenn ich über einen Zeitraum hinweg Inhalte zu einem Thema sammeln will, lege ich dafür ein Notebook an. Wenn ich zum Beispiel etwas lese und die Quelle behalten will, füge ich sie in das Notebook ein und finde sie später problemlos wieder. Ich kann weitere Quellen hinzuholen und sammle so im Laufe der Wochen immer mehr Material zu dem Thema, unabhängig davon, ob ich gerade daran arbeite oder nicht.


Drittens: Will ich Inhalte zu einem spezifischen Thema aufbereiten und verwende dafür fachliche Quellen? 

In Gemini Notebook lassen sich einfach Medien erstellen. Wenn der Inhalt wichtiger ist als die Ausgefeiltheit des Mediums, nutze ich Notebook. Anwendungsfälle liegen für mich in der Lehre an Hochschulen oder in offenen Workshops. Auch dazu gebe ich weiter unten ein Beispiel.


Viertens: Will ich mir ein Thema erarbeiten und nutze dabei gerne unterschiedliche Formate, also Text, Audio und Bild? 

Notebook ist super, wenn ich mir ein Thema mithilfe unterschiedlicher Medien und Formate erarbeiten will. Wenn ich zum Beispiel viele Fachtexte zu einem Thema gelesen habe, lade ich sie in ein Notebook. Ich lasse mir Aspekte nochmals zusammenfassen, frage nach und chatte quasi mit den Inhalten. Weil ich auditiv und visuell gut lernen kann, erstelle ich zudem eine Mindmap, einen Podcast oder eine Infografik. 

Jetzt zu meinen Anwendungsfällen.



Anwendungsfall 1: Notebook beim Schreiben


Als Sachbuchautorin interessiere ich mich natürlich für Schreibtools. Und da sei vorweg gesagt: Gemini Notebook kann beim Schreiben von Büchern helfen, aber nicht um Text zu produzieren. Es ist auch kein Tool, in dem ich Formulierungen überarbeite. Aber trotzdem nutze ich es regelmäßig, wenn ich schreibe. Denn Schreiben ist viel mehr, als Text zu erzeugen. Deshalb finde ich es auch irreführend, wenn Menschen sagen, sie nutzen KI für vieles, aber nicht zum Schreiben. Meist meinen sie dann das Formulieren von Sätzen - und blenden damit aus, dass der Text entsteht, lange bevor ich den ersten Satz formuliere. Aber dazu mehr an anderer Stelle.


Hier geht es mir um die Hintergrundarbeit beim Schreiben von komplexeren Werken. Zum Beispiel ein Sachbuch. Ich schreibe gerade ein Buch über das Thema: Denken und Schreiben mit KI. Das Buch diskutiert Grundsätzliches zu menschlichen Denkprozessen mit und ohne KI; es zeigt einen Workflow für das Schreiben und gibt praktische Anleitungen für das Einbinden von Sprachmodellen im Workflow. Also verschiedene Themen, die aber zusammenhängen und sich aufeinander beziehen. 


Und da kommt Notebook ins Spiel. Im ersten Schritt habe ich die Inhalte meiner Kapitel aufgesprochen und in Text umgewandelt. Dann brauchte ich einen Überblick über die Inhalte meiner Kapitel. Ich wollte mögliche Dopplungen und Lücken erkennen und brauchte etwas Visuelles, um aus den Details aufzutauchen und das Gesamtbild zu sehen. 


Screenshot: Mindmap meiner Buchinhalte im Notebook
Die Mindmap meiner bisherigen Buchinhalte: Immerhin stimmt die Richtung

Dafür habe ich ein Notebook angelegt. In das Notebook habe ich die einzelnen Kapitel hochgeladen. Über die Mindmap bekomme ich einen Gesamtüberblick und kann sehen, wie die Themen über die Kapitel hinweg gewichtet sind, was zu prominent ist, im falschen Kontext hängt oder noch fehlt. 


Ein praktischer Aspekt in diesem Zusammenhang: Ich kann Gemini Notebook mit einem Drive-Ordner koppeln, ohne dem Tool Zugriff auf mein gesamtes Drive zu geben. Ich bin kein Fan davon, meine Daten freizugeben. Ich gebe Systemen ungern Zugriff auf meine Anwendungen wie Mailaccount, Kalender oder Ordner in Google Drive. 


In Notebook kann ich aber einen spezifischen Drive Ordner öffnen und Files aus dem Ordner direkt importieren. Das Tool greift einmalig auf den Drive-Ordner zu und kopiert die Dokumente in der aktuellen Version. Wenn ich parallel in Google Docs weiter an dem Dokument arbeite, muss ich es nur in Notebook aktualisieren. Das Tool greift nicht dauerhaft auf die Dokumente zu, sondern synchronisiert nur auf Befehl. 


Screenshot: Infografik im Sketchnote-Stil, die die Inhalte meines Buches wiederspiegelt
Diese Infografik hat Notebook auf Basis meiner bisherigen Inhalte erstellt. Wie sie wohl aussieht, wenn mein Buch fertig ist?

Zurück zum Buch: Mit dem Notebook habe ich mir einen Überblick über meine bisherige Arbeit verschafft.  Dann bin ich wieder in die einzelnen Kapitel gegangen. Ich habe ein Notebook pro Kapitel angelegt und dort Quellen und Materialien gesammelt. Jetzt kann ich in dem jeweiligen Notebook gezielt an der Literatur arbeiten. Ich kann nachschlagen, Notizen sammeln und mir damit viel Einzelarbeit, Organisation, Suche und Zettelwirtschaft ersparen. 


Wie gesagt: Notebook hilft bei der Hintergrundarbeit, und zwar organisatorisch sowie inhaltlich. Formulieren muss und will ich aber selbst. 


Und wenn es gut  läuft, erscheint mein Buch im Spätherbst. Wer es nicht verpassen möchte, abonniert am besten gleich meinen Newsletter. Darin erfahrt ihr sofort, wenn ihr das Buch bestellen könnt.



Anwendungsfall 2: Notebook in der Lehre


Als Dozentin für Kommunikation probiere ich immer aus, wie ich ein Tool in die Lehre integrieren kann. Da schneidet Gemini Notebook sehr gut ab. 


Mit einem Notebook lässt es sich gut lernen. Das kann in der Hochschullehre nützen, auch im Schulunterricht und vor allem bei offenen Workshops oder Inhouse-Seminaren. Ich kann ein Notebook öffentlich teilen, dann können alle darauf zugreifen. Nur wer eigene Inhalte hinzufügen möchte, braucht ein Google-Konto. 


Man kann ein komplettes Notebook zu einem Thema erstellen und darin alle Informationen hochladen. Dann können die Studierenden oder Teilnehmenden sich die Inhalte per Selbstlernen erarbeiten. Das kann ein interessanter Use Case sein.

In meinen Seminaren setze ich Notebook gezielter ein. Also nicht als Repositorium oder komplettes Lehrbuch, sondern für mich selbst in der Vorbereitung als Recherche-Tool oder um Inhalte zu erarbeiten. Oder ich erstelle Medien, die ich den Teilnehmenden zur Verfügung stelle.


Zur Medienerstellung ein Beispiel: In einem Seminar zur Politikberatung haben wir über ein Modell gesprochen, das erklärt, wie polarisierte Diskussionen entstehen und sich verändern. Wir haben das Modell anhand der deutschen Debatte um die Zuckersteuer anschaulich gemacht. Die Zuckersteuer-Debatte diente als illustrierendes Beispiel und nicht als eigentlicher Lernstoff. Das Thema ist aber komplex und die Studierenden sollten nicht zu Expertinnen in der Zuckersteuer-Thematik werden. 


Deshalb habe ich die Inhalte zur Zuckersteuer in einem Notebook zusammengetragen und über den Chat so aufbereitet, dass die wesentlichen Aspekte klar wurden. Das habe ich mit den wichtigsten Quellen zum politischen Modell verbunden, um die Frage zu beantworten: Wie lässt sich die Zuckersteuer-Debatte durch das Modell erklären? 


Damit war ich so weit, dass ich einen Podcast zu dem Thema erstellen konnte. Der Podcast sollte 20 bis 30 Minuten lang sein; er sollte anschaulich diskutieren, worum es in der Zuckersteuer-Debatte geht und wie dies mit dem Modell erklärbar sein könnte. Den Podcast habe ich den Studierenden per Link geteilt. So konnten sie sich das Thema ohne langwierige Literaturrecherche erarbeiten. Ich habe darauf hingewiesen, dass der Podcast KI-generiert ist, und habe ihnen Zugriff auf alle Quellen im Notebook gegeben. 


In der nächsten Sitzung haben wir darauf aufgebaut: Wir haben die Debatte nachgestellt, Pro und Kontra formuliert und diskutiert, wie weit das Modell für die Erklärung des Beispielfalls geeignet ist. 


Analog zu einem Podcast kann ich eine Infografik nutzen. Sie hat aber in der Regel weniger Erklärungsgehalt, sondern vereinfacht zwangsläufig so stark, dass sie Inhalte schnell verzerrt. Deshalb finde ich Infografiken eher geeignet, einen Sachverhalt zur Diskussion zu stellen. Zum Beispiel: Eine Infografik auf ihre Richtigkeit und Schlussfolgerungen überprüfen lassen. 



Anwendungsfall 3: Notebook für die Recherche


Recherche ist die häufigste Anwendung, für die ich Notebook nutze. Wenn ich neueste Studien zu einem Thema auswerten will, Literatur sammeln, Ergebnisse vergleichen etc. Das kann für einen Artikel sein, ein Buchkapitel, ein Seminar oder für einen Vortrag. 


Besonders nützlich finde ich es, ein Thema im Laufe der Zeit in einem Notebook aufzubauen. Ich habe zum Beispiel ein Notebook über die Funktionsweise von Sprachmodellen. 


Angefangen hat das Notebook mit einer einzigen Quelle: Einem Paper von Anthropic, in dem modelliert wurde, wie Claude Gedichte und andere Werke schreibt. Ich habe das Paper gelesen, halbwegs verstanden und dann in Notebook geladen. Dort habe ich Nachfragen gestellt und einen Podcast erzeugt, der das Paper verständlich erklärt. Dann habe ich das Notebook lange nicht mehr angefasst.


Später kamen neue Forschungen zu dem Thema. Ich habe sie hinzugefügt. Jetzt konnte ich vergleichen: Wie verhält sich Aussage xy zu den Erkenntnissen im Anthropic Paper? Was ist bestätigt, was ergänzt etc. 


Inzwischen liegen viele verschiedene Quellen in dem Notebook. 

  • Ich habe Deep Research Reports in Gemini zu spezifischen Fragen erstellt, zB über die Regression zur Mitte oder stilistische Nivellierungen. Diese Reports habe ich als Dokumente ins Notebook geladen, damit ich die Quellen und Schlussfolgerungen mit den anderen Arbeiten zusammenführen kann. 

  • Ich erstelle Mitschriften von Fachvorträgen oder Paneldiskussionen und lade sie hoch. 

  • Wenn ich ein Buch lese, das zu dem Thema passt, mache ich mir Notizen, fasse wesentliche Punkte zusammen, ergänze manchmal die Seitenzahl im Buch oder eine weiterführende Quelle. Diese Kladde lade ich als Textdokument hoch. 


So baut sich das Notebook Schritt für Schritt weiter auf. Ich kann auf alte Dokumente zurückgreifen. Über Notizen kann ich mich an das erinnern, was ich damals bemerkenswert fand. Oder ich kann Thesen, die in einem früheren Werk standen, nochmals prüfen: Gibt es jetzt Evidenz dazu etc.


Solch ein Notebook ist für mich eine Mischung aus Bibliothek und Arbeitsraum.

Als Bibliothek nutze ich es, wenn ich Informationen zu dem entsprechenden Thema suche. Ich kann dort alte Zeitungsartikel finden, Aufzeichnungen von Vorträgen etc., Fachliteratur und eben auch eigene frühere Aufzeichnungen. 


Als Arbeitsraum nutze ich das Notebook, wenn ich einen neuen Vortrag vorbereite oder an einem Text arbeite. Ich kann dann prüfen, wer etwas zu Thema XY gesagt hat, wo in einer Quelle eine bestimmte Aussage stand etc. Und ich kann ein Thema nochmals neu angehen, und auch das hilft mir erstaunlich oft auf gedankliche Sprünge.



Fazit: Eigene Use Cases in Notebook finden


Dieser Überblick soll als Basis genügen. Jetzt geht es darum, eigene Notebooks anzulegen. Erfahrungsgemäß fällt es am Anfang schwer, eigene Use Cases zu erdenken. Da lohnt es sich zu schauen, wofür andere Notebooks einsetzen. 


Wenn ihr Gemini Notebook öffnet, bekommt ihr öffentliche Notebooks vorgeschlagen. Nutzt sie als Inspiration und probiert einfach aus. Nicht alles wird erfolgreich sein, nicht alles werdet ihr wiederholen wollen. Aber auch hier gilt: Ausprobieren und ein wenig am eigenen Workflow tüfteln. Oft haben wir selbst die besten Ideen, wie wir ein Tool einbinden und das meiste herausholen können.


Hier nochmals der Link zu meinem Demo-Notebook, das ich eingangs angekündigt hatte. Ein Notebook, in das ich diesen Artikel hochgeladen und einige Medien erstellt habe. Viel Spaß beim Stöbern und Erkunden!


Und jetzt wünsche ich euch viel Erfolg und auch Spaß beim Tüfteln und Ausprobieren. Wenn ihr Anwendungsfälle für euch gefunden habt, lasst es mich gern wissen. Vielleicht wollt ihr ein Notebook öffentlich teilen? - Dann schickt mir den Link, ich freue mich, das Ergebnis zu sehen. 



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